Erektionsprobleme

Häufigkeit und Ursachen

Erektionsprobleme betreffen Männer in allen Altersschichten und haben vielfach negative Auswirkungen auf die Partnerschaft und die Sexualität. Neue Studien zeigen die Krankheitshäufigkeit der erektilen Dysfunktion [1]:

  • 30–39 Lebensjahre: 2 %
  • 40–49 Lebensjahre: 10 %
  • 50–59 Lebensjahre: 16 %
  • 60–69 Lebensjahre: 34 %
  • 70–79 Lebensjahre: 53 %

Um eine zufrieden stellende und anhaltende Erektion zu ermöglichen, bedarf es eines komplexen Zusammenspiels von Hormonen, Gefäßen, Nerven und Muskeln. Die häufigsten Gründe für eine erektile Dysfunktion sind die vielfältigen Formen von Stress, altersbedingter Testosteronmangel und Arteriosklerose. Risikofaktoren hierfür sind Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder erhöhte Blutfettwerte. All diese Faktoren führen dazu, dass die feinen Gefäße verstopfen, die für die Schwellkörperdurchblutung und somit für die Erektion sorgen.

Behandlung mit Stoßwellen

Mit dem PiezoWave² steht eine innovative Behandlungsmöglichkeit der vaskulär bedingten erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Die Therapie mit Stoßwellen setzt direkt bei der Ursache an den Blutgefäßen (vaskulär) an. Speziell angeordnete Piezokeramikelemente werden durch einen Hochspannungsimpuls zeitgleich im Mikrometerbereich ausgedehnt und erzeugen einen fokussierten Druckimpuls, der in das Gewebe abgegeben wird.

Die erzeugten Stoßwellen sind dabei als mechanischer Stressor zu verstehen, der in der Lage ist, biochemische Veränderungen in lebenden Geweben herbeizuführen. Wenn die Stoßwellen gezielt eingesetzt werden, können bestimmte Gewebereaktionen hervorgerufen werden (die sogenannte Mechanotransduktion). Mechanische Stimuli beeinflussen fast alle zellulären Funktionen in lebenden Geweben wie Stoffwechsel, Wachstum, Zelldifferenzierung, Zellmigration, Proteinsynthese, physiologische Apoptose und Gewebenekrose.

Wirkung

In der Literatur beschriebene Wirkmechanismen und Effekte der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) sind:

  • Ausschüttung von Wachstumsfaktoren (Blutgefäße, Epithel, Knochen, Kollagen, etc.)
  • Freisetzung von Substanz P
  • Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO), das zur Vasodilatation (Gefäßerweiterung), erhöhtem Stoffwechsel und Angioneogenese (Gefäßneubildung) beiträgt sowie entzündungshemmend wirkt
  • Stimulation der Mikrozirkulation
  • Anregung zur mesenchymalen Stammzellmigration
  • Antibakterieller Effekt
  • Stimulation der Fibroblasten Proliferation

In einer prospektiv multizentrischen, Placebo kontrollierten Studie mit 75 Patienten zeigt die ESWT eine deutliche Verbesserung des IIEF-5 Scores sowie eine erfolgreiche Behandlung bei 81 % der Patienten nach einem Monat Behandlungszeit (bei zwei Anwendungen pro Woche). Eine Erhaltung der Funktionsverbesserung wurde sechs Monate nach der Behandlung nachgewiesen und belegt den Langzeiteffekt der ESWT Behandlung [2]. In vielen Fällen macht die Stoßwellenbehandlung eine Einnahme von PDE-5-Hemmern oder den Gebrauch von Hilfsmitteln überflüssig.

Für wen?

Diese Behandlung ist für Sie geeignet, wenn:

  • die klassischen Behandlungsmethoden wie Viagra, SKAT, MUSE, etc keine ausreichende Wirkung hatten oder nicht gewünscht ist,
  • Sie aufgrund von Vorerkrankungen oder Begleitmedikation kein Viagra o. ä. einnehmen dürfen oder
  • für Sie die Verwendung von Hilfsmitteln nicht infrage kommt.

In diesen Fällen darf die ESWT-Behandlung nicht durchgeführt werden:

  • nach radikaler Prostatektomie,
  • bei aktiver Tumorerkrankung im Prostata- oder Beckenbodenbereich,
  • bei Penisprothesen,
  • bei Gerinnungsstörungen oder
  • bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten.

Bei Interesse sprechen Sie mich bitte an. Ich berate Sie gerne.

Literatur

[1] Braun et.al.: Epidemiology of erectile dysfunction: results of the Cologne Male Survey. In: Int J Impot Res 12 (2000), Nr. 6, S. 305-11.

[2] Motil, I., Kubis, I., Sramkova, T.: Treatment of vasculogenic erectile dysfunction with PiezoWave2 device. Application of low intensity shockwaves using novel linear shockwave tissue coverage technique (LSTC-ED). A prospective, multicentre, placebo-controlled study. Advances in sexual medicine, 2016, 6, 15-18.